Girokonto: Kurze Geschichte
Es ist nicht genau zurückverfolgbar, wann die ersten Konten, die man heute als Girokonten bezeichnet, entstanden sind. In den islamischen Ländern wurde bereits 1327 das Hawala-Finanzsystem angewandt. Hierbei wurde, zwischen den als Bank fungierenden Händlern, mit Konten gearbeitet.
Erst im Spätmittelalter breitete sich unter Kaufleuten, von Italien ausgehend, eine Form von kontenmäßiger Verrechnung in Europa, und letztendlich weltweit, aus. Es war ein direkter Vorläufer der heutigen Girokonten. Vor der flächendeckenden Einführung der moderne Girokonten wurden Löhne und Gehälter in sogenannten Lohntüten bar ausbezahlt.
- ab 1906 hatte die PTT der Schweiz Girokontos unter der Bezeichnung “Postscheckdienst” im Angebot
- in den 1950er Jahren gab es die Lohntüte
- seit 1995 besteht eine Empfehlung des Zentralen Kreditausschusses (ZKA): Demnach sollen alle Banken und Sparkassen jedem Bürger auf Wunsch ein Girokonto auf Guthabenbasis zur Verfügung stellen.
Entgegen der Rechtslage in der BRD, Österreich und der Schweiz besteht in Frankreich und Belgien ein Kontrahierungszwang. In der BRD besteht für die meisten Kreditinstitute kein Kontrahierungszwang. Dies bedeutet, dass die Einrichtung eines Kontos seitens des Kreditinstitutes unter Umständen abgelehnt werden kann. |